Eggäsli-Zunft Fützen e.V.

Jahresbericht 2017/2018

Das Vereinsjahr 2017/2018 begann mit der Generalversammlung am 28. Oktober 2017, die im Gasthaus „Zum Kranz“ in Fützen stattfand. Neu in die Vorstandschaft gewählt wurden Christof Arlt und Michael Werner für Michael Meister und Peter Aschmoneit. Ralf Gleichauf und Willi Arlt gaben ihr Amt als Kassenprüfer an Andrea Münzer und Tobias Eckert ab. Aus dem Verein ausgetreten sind Andreas Müller, Julia Eckert und Carolin Gleichauf. Als neue Probeläuferin kam Stefanie Fischer hinzu. Neue Mitglieder gab es im Jahr 2017 leider keine.

Die Saisoneröffnung fand wie gewohnt am 11.11. am Narrenbrunnen im Brusel statt. Narrenvater Stefan Schmid läutete um 19:33 Uhr die Fasnet ein. Für seine 22 aktiven Jahre wurde Christof Arlt geehrt. Den kleinen Eggäsli-Orden wurde Kevin Meister überreicht. Den großen Orden dürfen nun mit voller Stolz folgende Mitglieder tragen: Daniel Burger, Birgit Gut, Celine Spiess, Matthias Weber und Markus Werner. Zur Einstimmung zur kommenden Fasnet wurde das Fützener-Fasnetlied noch sehr verhalten gesungen – dies ändert sich bekanntermaßen spätestens während der Busfahrt zum ersten oder auch zweiten Narrentreffen.

Auch im Jahr 2017 übernahmen Matthias Weber und Sebastian Wilhelm den Nikolausdienst. Viele der Fützener Kinder hatten mit Sicherheit eine große Freude – ein paar wenige vielleicht auch Angst vor dem großen Nikolaus und Knecht Ruprecht´s Rute.

Unsere Weihnachtsfeier fand am 9. Dezember 2017 statt. Der Narrensamen hatte auch in diesem Jahr wieder großen Spaß an diesem Nachmittag. Auch der Nikolaus und sein Gehilfe Knecht Ruprecht schauten im Eggäsli-Vereinsheim vorbei. Gegen Abend wurde die Party in den Hagenstall verlagert. Dort wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Die Christbäume wurden vom Christbaum-Trupp aus Termingründen am 6. Januar 2018 eingesammelt. Bedingt durch die kurze Fasnet-Saison gab es im Januar keine freien Samstage mehr. Wie immer wurde es schon dunkel bis der Traktor in der Garage abgestellt wurde. Den letzten Umtrunk gab es diesmal im Mühläckerweg – erst bei „Georgi“ und später noch bei „Stift“. An diesem Abend wurde auch die legendäre „Suufmaschiie“ geboren. Mehr Details wurden leider nicht überliefert.

Narrentreffen

Schon am 14. Januar 2018 hatten wir unseren ersten Umzug. Der Narrenverein Uschlaberghexa hatte zum 8. Pfullinger Narrenumzug eingeladen. Begleitet von der Garde ging es mit dem Bus nach Pfullingen in der Nähe von Reutlingen. Trotz der langen Anreise waren wir einer der ersten Zünfte vor Ort, denn der Busparkplatz war noch recht leer. Das Narrendorf wurde auch gleich gefunden und man konnte sich mit einem warmen Essen stärken. Von insgesamt 77 Zünften hatten wir mit der Startnummer Elf ein gutes Los gezogen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war es natürlich von Vorteil, dass wir nicht so lange auf den Start warten mussten. Obwohl die Fasnet-Saison noch früh war, kamen viele Zuschauer zum Umzug. In den engen Gassen der Altstadt ging es teilweise ziemlich eng her. Die Busfahrt war zwar lang nach Pfullingen, dennoch ist es immer mal wieder schön, neue Örtlichkeiten und Narrentreffen kennenzulernen. Laut eines Sprechers waren wir eine der Zünfte mit dem weitesten Anfahrtsweg. 133km haben wir für einen Weg hingelegt.

Ein langes Narrenwochende stand uns vom 19. bis 21. Januar 2018 bevor. Die Narrentage der Narrenvereingung Hegau-Bodensee in Tengen sowie der Jubiläumsumzug der Wutach-Hexen in Blumberg haben wir besucht.

Die Narrenzunft Kamelia aus Tengen war der Ausrichter der diesjährigen Narrentage unserer Narrenvereinigung. Los ging es schon am Freitag mit einem Nachtumzug. Ein eisiger Wind und der Schneeregen hielt uns Narren nicht ab gemeinsam eine große Party zu feiern. Mit der Elf hatten wir eine gute Startnummer ergattert, sodass wir an der Umzugsaufstellung nicht lange warten mussten. Positiv überrascht waren wir dann wie viele Zuschauer trotz Kälte am Straßenrand standen. Nach dem Umzug zog es alle Eggäsli schnell ins warme Partyzelt oder in die Randenhalle.

Zu einem – „etwas anderen Umzug“ –  luden die Wutach-Hexen aus Blumberg ein. Der Umzug begann am Tage und endete in der Nacht. Leider spielte das Wetter nicht mit. Die 24 war unsere Startnummer und nach dem langen und kalten Umzug drängten die Narren in die Stadthalle, wo verschiedene Gruppen Show- und Tanzeinlagen aufführten.

Voll des Lobes über die gut organisierten Narrentage in Tengen war auch Vereinigungs-Präsident Rainer Hespeler. Der große Festumzug am Sonntag begann um 13:30 Uhr. Mit der 23 hatten wir einen guten Mittelfeldplatz. Das Wetter spielte glücklicherweise mit, sogar die Sonne ließ sich kurz mal blicken. Viele Zuschauer verfolgten am Straßenrand die vielen bunten Figuren der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Mit der Garde, dem Musikverein, dem Eggäsli und dem Narrenrat waren wir wohl eine der größten Gruppen.

Der Narrenverein Jestetten hatte uns zum großen Kleggau-Narrentreffen eingeladen. Das ließen wir uns natürlich nicht nehmen und blieben sogar – wenn auch nur der harte Kern – über Nacht im Massenquartier.

Am späten Samstagnachmittag machten wir uns auf nach Jestetten. Die erste Herausforderung war die Sporthalle zu finden, denn dort befand sich das Massenlager. Nach mehrmaligen Nachfragen hatten wir die Halle endlich gefunden.

Als sich alle ihre Massnenquartier-Bändel um den Arm gebunden hatten, verschafften wir uns einen ersten Überblick über das Narrendorf. Zur Startaufstellung mussten wir nicht weit laufen, da wir mit der Sechs eine der vorderen Startnummern hatten.

Erst nachdem um 3 Uhr nachts alle Lokalitäten schlossen, trudelte ein Eggäsli nach dem anderen im Massenquartier ein. Doch an Schlafen war nicht zu denke. Stichwort: „keiner schläft“!

Am Sonntagmorgen ging es für die 14 Eggäsli und zwei Zunfträte zum Frühstück. So stärkten sich alle für den großen Jubiläumsumzug am Nachmittag. Auch mit der unserer Lieblings-Startnummer Elf waren wir wieder vorne mit dabei. So mussten wir nicht lange warten, bis der Umzug bei traumhaftem Wetter für uns losging. In Scharen kamen die Zuschauer zum Umzug. In der ersten Sprecherkabine saß die überragend aufgelegte Katharina von den Jestetter Üüle. Mit großer Begeisterung stellte sie unsere Zunft vor. Eggäsli – Baboom!

Dieses Mal waren sogar alle pünktlich am Treffpunkt für die Busabfahrt. Komisch war nur, dass der Bus nicht da war. Nachdem eine halbe Stunde gesucht wurde, tauchte der Bus dann doch noch auf. So kamen alle wieder heil zurück nach Fützen.

Am Freitag vor der eigentlichen Fasnet veranstaltete der SV Fützen seine Warm-Up-Party in der Buchberghalle. In der gut besuchten Halle feierten alle Narren friedlich miteinander. Auf der Bühne sorgten verschiedene Garde-Tänze für ein tolles Programm.

Schmutzige Dunschdig

Am Sonntag, den 4. Februar besuchten wir unser letztes großes Narrentreffen. Nach dem Frühschoppen im „Galli“ ging es mit dem Linienbus von der Fützener Bushaltestelle bis nach Horheim. Schnell noch eine Wegzehrung an der naheliegenden Tanke gekauft, dann ging es zu Fuß auf nach Schwerzen. Für ein Narrentreffen war es wieder ein traumhaftes Wetter. Das ganze Dorf war prall gefüllt mit Narren und Zuschauern. 67 Gruppen waren gemeldet. Mit der 25 hatten wir einen guten Mittelfeldplatz.

Am Umzugsweg standen mehrere hundert Zuschauer und verfolgten das wilde Narrentreiben. Um kurz nach 17 Uhr hieß es: „Abmarsch nach Horheim“. Denn von dort aus fuhr der Linienbus wieder zurück in die Heimat.

Nach den vielen Narrentreffen im Vorfeld stand dann endlich der „Schmutzige Dunnschdig“ vor der Tür. Auch der Winter machte sich nochmal bemerkbar und man war froh über jedes Fleckle am Häs. Wie immer begann der Tag mit einem Sekt-Frühstück bei Narrenvater Stefan. Einen Abstecher gab es auch wieder in der Metzgerei Gut bevor wir in das kleine aber feine Ortsvorsteher-Büro von Georg Schloms einmarschierten. Ohne großen Widerstand gab Georg das Amt an den Narrenvater ab – wenn auch nur vorübergehend.

Mit großer Vorfreude warteten auch die Schüler der Grundschule Fützen auf ihre Befreiung durch die Narren. Doch zuerst mussten wir wieder im Duell gegen die Schüler antreten. Geschlagen haben wir uns besser als im letzten Jahr, dennoch reichte es auch diesmal nicht für den Sieg. Das Programm war kurzweilig und hat allen großen Spaß gemacht.

In der guten Stube von Ortsvorsteher Georg wurde der Narrenruf neu erfunden. Ab sofort gab es den Narrenruf nur noch im Dreierpack: „Eggäsli – Narro“, „Eggäsli – Au do“ und „Eggäsli – Baboom“.

Nachdem die üppige Getränkequelle von Georg versiegte, verteilten sich die Eggäsli im Dorf. Zusammen fand man sich wieder beim gemeinsamen Mittagessen im „Galli“.

Mehr oder weniger pünktlich um 14:33 Uhr machte sich der Narrenbaum auf den Weg, um von der Feuerwehr fachmännisch gestellt zu werden.

Um 19:11 Uhr zog der Hemdglonkerumzug durch Fützen. Beim anschließenden Hemdglonkerball zeigte dann der Narrensamen sein schauspielerisches Talent auf der Bühne.

Am Fasnet-Freitag feierte der Männertanz der Ranzengarde den Premierenauftritt an der „Rockfete“ in Watterdingen. Der von Kathrin Gleichauf einstudierte Baywatch-Tanz kam beim Publikum sehr gut an.

Programmabend

Viele Besucher konnten wir auch diesmal am Fasnet-Samstag beim Programmabend begrüßen. Eröffnet wurde der Abend von der Garde Fützen, gefolgt vom Narrenvater Stefan. Die Moderation übernahm wieder unser schweizerischer Importschlager Bruno. Das Dorfgeschehen wurde auf dem neuen „Mitfahrerbänkle“ heiß diskutiert. So kam wieder die ein oder andere Geschichte ans Tageslicht. Die Landfrauen präsentierten ihre neue selbstgebastelte Hutkollektion. Vor der Pause heizte die Mini-Garde das Publikum nochmal so richtig ein. Dann wurde es politisch auf der Bühne. So kämpften zwei Parteien gegeneinander. Die eine Partei war für eine offene „Wetti“, die andere wiederum wollte, dass das Stauwehr geschlossen blieb. Mit spektakulären Kulissen wurde das Duell bestritten. Der Musikverein begeisterte mit einem Kino-Sketch ohne Worte. Mit dem Schulsketch sorgten die Eggäsli nochmal für viele Lacher. Auch die „Eggäsli-Singers“ hatten in diesem Jahr wieder einen Gesangspart einstudiert. Den Abschluss machte der Männertanz der Ranzengarde.

Am Fasnet Sonntag besuchten wir die Umzüge in der Nachbarschaft. Sowohl in Blumberg als auch in Grimmelshofen hatten die Eggäsli großen Spaß.

Trotz der hohen Hürden, die uns vom Landratsamt auferlegt wurden, konnten wir den Rosenmontagsumzug wie geplant durchführen. Angeführt vom Musikverein zog um 14:11 Uhr der Umzug von der Poststraße in die Buchberghalle. Verschiedene Programmeinlagen, Tänze und der Musikverein sorgten für gute Stimmung in der voll belegten Halle.

Männertanzwettbewerb

Nach dem Nachmittagsprogramm verwandelten die vielen Helfer die Halle in die Partyhöhle für den Männertanzwettbewerb am Abend. Was uns sehr freute, dass sich für die 19. Auflage fünf Tanzgruppen angemeldet hatten. Die Tanzgruppe Horst aus Waldhaus, die Biberjohli aus Watterdingen, Stampfi-Geischt aus Nöggenschwiel, die Kreisverkehrshexen aus Fützen/Grimmelshofen und die eigene Ranzengarde standen sich im Wettstreit gegenüber. Die vielen Narren in der Halle wurden von der Stimmungsband „Piccolos“ mächtig eingeheizt. In diesem Jahr konnten die Kreisverkehrshexen die Jury am meisten überzeugen und holten sich knapp mit einem Punkt Vorsprung den Sieg. Wieder einmal war die Veranstaltung am Rosenmontag für alle Beteiligten ein voller Erfolg.

Zum Nudelsuppen-Essen am Fasnet Dienstag waren die Eggäsli wieder munter. Der Dank an den Spender ging in diesem Jahr an Bernd Booz und Katja Schreiber. Am Nachmittag wurde obligatorisch der Narrenbaum gefällt und im Anschluss machte der Narrensamen am Kindernachmittag die Halle unsicher. Mit Einbruch der Dunkelheit machte sich die Trauergemeinde auf, um die Fasnet standesgemäß zu beerdigen. Das „Butzli“ wurde dann schlussendlich am „Galli“ verbrannt. Die Fasnet war vorbei.

Kalt und windig war es am Alt-Fasnet Sonntag auf dem Bielwasen. Im ganzen Dorf wurde Brennmaterial gesammelt. Um 18:30 Uhr wurde das Fasnet-Feuer entfacht. Beim Scheibenschlagen wurden zwölf Scheiben – mit Wünschen für jeden Monat – in das Tal geschleudert. Danach durfte die Bevölkerung ihr Können mit Stock und Scheibe unter Beweis stellen und immer mit dem Spruch „so fliegt sie nid, so gilt sie nid“.

Direkt nach der Fasnet im März stand der Putzdienst und Museumsdienst im Schloss Langenstein auf dem Plan. Nach dem Putzen war das Schloss in der Hand der Eggäsli. Es war ein ruhiger und entspannter Nachmittag und so hatte man Zeit die Exponate und das Schloss selbst zu begutachten.

Zum Spalierstehen durften wir das Häs in diesem Jahr gleich zweimal aus dem Schrank holen. Zuerst heiratete im Juni Nicole Gleichauf ihren Thomas und später im August Florian Meister seine Nadine. Nochmal herzlichen Glückwunsch.

Eine etwas andere Dorfolympiade veranstaltete im Sommer der Sportverein. Eingeladen wurde zum Völkerballturnier. Unser Eggäsli-Team hatte gegen die sportliche Konkurrenz leider keine Chance. Immerhin konnte der letzte Platz vermieden werden. An der Bar wiederum wurde komischerweise eine bessere Figur gemacht.

Eggäsli Ausflug

Im Oktober unternahmen wir einen Ausflug in den Schwarzwald. Mit dem Bus ging es früh morgens los Richtung Todtnau. Zuerst besuchten wir das ehemalige Bergwerk Finstergrund in Wieden. Wir erhielten eine tolle Führung in dem Bergwerk, in dem früher unter härtesten Bedingungen Silber und Fluorit abgebaut wurde. Für die Kinder interessant war vor allem die Fahrt in den Stollen mit der alten Grubenbahn. Dann ging es mit dem Sessellift hoch hinauf auf den Hasenhorn. Runter ging es allerdings mit der spektakulären Rodelbahn. Als letztes besuchten wir noch die Todtnauer Wasserfälle. Deutschlands höchster Wasserfall. Den Abschluss machten wir im Gasthaus Löwen in Epfenhofen.

Das war ein Rückblick auf das Vereinsjahr 2017/2018. Vor und während der Fasnet investierten wir alle viel Zeit in den Verein. Dafür möchte ich mich im Namen der gesamten Vorstandschaft recht herzlich bedanken. Auf eine tolle und glückselige Fasnet im nächsten Jahr.